Zwergtaucher, Haarstrang und Waldbrettspiel
Biologie-Lehrkräfte erkunden Bibersee und Mittelwaldwirtschaft bei Großwenkheim
Zum mittlerweile vierten Mal trafen sich die ehemaligen und aktiven Biologie-Lehrkräfte des Gymnasiums Bad Königshofen zu einem Fachschafts-Ausflug am östlichen Rand des Landkreises Bad Kissingen in der Gemarkung Großwenkheim, um ihr ornithologisches und botanisches Fachwissen aufzufrischen und den gemeinsamen Austausch zu pflegen. Als Koryphäe auf dem Gebiet naturkundlicher Führungen wurde Karl Schwarz vom BUND Naturschutz eingeladen. Er ist nicht nur ein Experte auf dem Gebiet der Vogelkunde, sondern engagiert sich auch seit Jahrzehnten in einem botanischen Arbeitskreis und ist für seine exzellenten naturkundlichen Wanderungen bekannt.
Erste Station war der Bibersee. Das Gewässer wurde durch die Bautätigkeit des Bibers im Jahr 2016 geschaffen und ist mittlerweile ein Geheimtipp für Vogelfreunde. Mit Spektiven und Ferngläsern ausgestattet konnten insgesamt 26 verschiedene Vogelarten erspäht bzw. durch ihren Gesang identifiziert werden. Dabei wurde die Lachmöwe, welche eher von Urlauben an der Nord- und Ostsee bekannt ist, ebenso gesichtet wie eine Gruppe Graugänse oder der Zwergtaucher.
Im zweiten Teil der Veranstaltung stand die Pflanzenkunde im Mittelpunkt. Bei einem Waldspaziergang stellte Karl Schwarz viele botanische Besonderheiten vor, an denen die Teilnehmenden ohne den Hinweis des Experten achtlos vorbeigelaufen wären. Als Beispiele seien hier das Thüringische Fingerkraut oder der Echte Haarstrang erwähnt, beides Pflanzen, die in Deutschland als „gefährdet“ eingestuft sind. Nebenbei gab es auch einige Schmetterling wie zum Beispiel den Aurora-Falter oder das Waldbrettspiel zu bewundern, die an dem sonnigen Nachmittag auf Nektarsuche waren.
Den Abschluss des Nachmittags bildete der Besuch eines Waldstücks bei Großwenkheim, welches als Mittelwald bewirtschaftet wird. Diese Bewirtschaftungsform gilt als historische Betriebsart im Waldbau und wird nur noch an wenigen Orten, darunter Großwenkheim, praktiziert. Der Mittelwald ist zum einen aus forsthistorischen Gesichtspunkten interessant, vor allem aber aus Naturschutzgründen. Die Bewirtschaftungsform erhöht nachweislich die Biodiversität, was in Zeiten großen Artensterbens eine sehr gute Nachricht ist.
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