Wenn Jupiter schlechte Karten hat und Schafkopf im Olymp gespielt wird, dann ist am Gymnasium Bad Königshofen kein gewöhnlicher Vormittag im Klassenzimmer angesagt – dann ist Björn Puscha zu Gast.
Der Münchner Kabarettist und „Bühnenlateiner“, bekannt aus dem BR-Fernsehformat Vereinsheim Schwabing, verwandelte die Aula unserer Schule gleich zweimal in eine kleine Bühne der Antike: einmal für die Jahrgangsstufen 5 bis 8 und einmal für die Jahrgangsstufen 9 bis 13.
Zwei Programme, zwei Perspektiven
Damit jede Altersstufe genau den Zugang bekommt, der zu ihr passt, hatte Björn Puscha zwei eigenständige Schulprogramme im Gepäck: „Schlechte Karten für Jupiter“ und „Kleopatra bleibt im Teppich“. Beide Stücke sind humorvoll angelegt, setzen aber unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte und holen die Schülerinnen und Schüler dort ab, wo sie stehen.
Für die Klassen 5 bis 8 gab es eine spielerischere, altersgerechte Variante – ein idealer Einstieg, um Antike und Latein erstmals unmittelbar lebendig werden zu lassen. Figuren wie Jupiter, Caesar oder Cato traten auf der Bühne in Erscheinung, verbunden mit amüsanten Geschichten und jeder Menge Vergnügen. Gerade für die fünften Klassen war dies eine besondere erste Begegnung mit dem Fach Latein, die Neugier wecken und zeigen sollte, wie vielfältig und spannend die alte Sprache sein kann.
Die Klassen 9 bis 12 erlebten eine altersgemäße, inhaltlich tiefer gehende Version des Programms. Hier stand der Fokus auch auf dem Werdegang des Kabarettisten und darauf, wie Sprache und Kultur der Antike bis in unsere Gegenwart hineinwirken – mit spürbarem Bezug zur Lebenswelt der älteren Schülerinnen und Schüler und einem Augenzwinkern, dass auch komplexere historische Zusammenhänge zugänglich machte.
Latein „führt Regie“
Björn Puscha beschäftigt sich seit vielen Jahren als Kabarettist mit der lateinischen Sprache und der Welt der Antike und hat eigene Bühnenprogramme entwickelt, die gezielt für Schulen konzipiert sind. Im Mittelpunkt steht dabei stets das Spiel mit Sprache und Geschichten – unterhaltsam, aber immer mit klarem Bezug zum Unterrichtsstoff, den er aus einer neuen Perspektive aufgreift.
Besonders wertvoll: Im Anschluss an beide Aufführungen blieb Zeit für Fragen und Gespräche mit dem Künstler – ein Format, das im klassischen Theaterbetrieb oft zu kurz kommt, in der Schule aber gerne und intensiv genutzt wurde.
Ein Gewinn für die ganze Schulgemeinschaft
Für unsere Lateinschülerinnen und -schüler bot der Vormittag die Gelegenheit, Vertrautes aus dem Unterricht wiederzuentdecken – für alle anderen war es eine unterhaltsame Einladung, historische Zusammenhänge einmal ganz anders kennenzulernen. Björn Puscha versteht es, die Antike lebendig zu machen und dabei zu zeigen, wie viel Spaß Sprache und Geschichte machen können.
Wir bedanken uns herzlich bei Björn Puscha für zwei kurzweilige, kluge und mitreißende Veranstaltungen und freuen uns, unseren Schülerinnen und Schülern auf diese Weise einen besonderen Zugang zur Welt der Antike ermöglicht zu haben.
Text und Fotos: Dr. C. Forster
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